Montag, 18. Mai 2015

Tag 3. Post OP - Thrombose und dicke Hände

Der dritte Tag begann eigentlich wie alle anderen - beweg Dich bloß nicht, denn dann schmerzt es gleich wieder überall.
Also liegen bleiben bis der Mut kommt sich doch zu zucken. In einem Film hieß es mal "Der Schmerz verlangt gespürt zu werden!" und ja ich spüre ihn und im Laufe des Tages gewöhnt man sich stets daran, doch früh am Morgen...

Neben dem Antibiotika was ich früh und abends nehmen muss, darf ich auch eine Thromboseprophylaxe nehmen oder eher mir spritzen. Da Nadeln und ich nur beim Nähen enge Freundschaft geschlossen haben, war ich die ersten Tage erleichtert, dass das die Krankenschwester und dann meine Mutti gemacht haben.

Doch weil ich bei meiner Mutti so furchtbar gejammert habe durfte ich es nun selbst machen. Den Mut fand ich dann auch irgendwann, aber so richtig Spaß macht mir das nicht. Oft steche ich zu und zucke prompt zurück, sodass ich meist 3 blaue Flecken habe :D 
Naja zum Glück sind es nur noch zwei Spritzen...wuhuu.

Problematisch sind auch meine dicken Hände. Vorallem rechts ist die Hand so voller Wasser, dass diese total spannt und schmerzt.

Die Hand voller Wasser - Spannungsgefühl ohne Ende
 
Die linke Hand läuft noch immer munter weiter aus...
Dazu färbten sich meine Finger langsam blau was mich sehr irritierte, denn da wurde überhaupt nicht gesaugt.

All die Probleme ließen mich dann doch mal bei Dr. Heck auf der Notrufnummer anrufen - Samstagabend 19 Uhr...Ja, Dr. Heck ist sehr bemüht was seine Patienten anbelangt und das ist ein weiterer Grund gewesen, dass ich meine Liposuktionen bei ihm machen lies bzw. noch machen werde. 

Ein kurzes Gespräch lösten all meine Sorgen - alles sei im Normalbereich und wird sich in den kommenden Wochen von selbst lösen.

Sonntag, 17. Mai 2015

Tag 2. Post OP - Endlich Duschen

Wuhuu, heute am zweiten Tag nach der OP stand erstmals Duschen auf dem Programm, sowie die erste Physio.

Zum Duschen durfte ich auch erstmals den oberen Verband entfernen, der durch das auslaufende Wundwasser mehr als durchtränkt war und alles andere als angenehm roch. Ok, ehrlich gesagt stank ich, wie ein Iltis, sodass ich das Duschen kaum noch abwarten konnte.

Duschen war aber nur mit dem OP-Mieder erlaubt und fühlte sich äußerst ungewohnt an. Schließlich geht man sonst auch nicht mit Sachen duschen. 
Das Wasser und die Seife gaben mir zumindest erstmal wieder ein besseres wohligeres Körpergefühl.

Nachdem das Duschen erfolgreich verlief stand der nächste große Programmpunkt an - die erste Physio. Und hierauf war ich wirklich gespannt, denn ich konnte mir einerseits keine Lymphdrainage auf den frisch operierten Armen vorstellen, andererseits war es der Moment wo ich zum ersten Mal meine Arme ohne OP-Mieder und Kompression sehen werde.


Das Gefühl wenn das OP-Mieder ausgezogen wird lässt sich nur schwer beschreiben, denn alles kribbelt und man hat das Gefühl gleich ist man ohnmächtig. Zum Glück lässt das  sehr schnell wieder nach und meine liebe Physiofee Therese begann mit einer sanften Lymphdrainage.

Die ersten Hämathome lassen sich nicht mehr verbergen und auch das Wasser staut sich schmerzhaft in den Händen, sodass ich wirklich auf Erleichterung nach der Physio hoffte. Erstaunlich ist, dass der linke und der rechte Arm sich deutlich unterscheiden, was das Farbbild angeht, aber die Farbpalette wird sicherlich in den folgenden Tagen noch umfangreicher.



Das schlimmste ist aber wirklich das An- und Ausziehen des OP-Mieders und der Kompression. Eine gute Dosis Schmerzmittel und tiefes Durchatmen sind unerlässlich.
Obwohl ich Schmerzen habe und sie bei jeder Bewegung zu spüren sind, ist dieser typische Lipödemschmerz wie weggeblasen. Die schweren Arme gibt es nicht mehr. 

Keep on fighting, es kann nur besser werden!

Tag 1. Post OP - Heimreise

Die erste Nacht habe ich doch erstaunlich gut verbracht. Bereits um 20 Uhr sind wir schlafen gegangen, da wir einfach total kaputt waren.
Ich konnte dank guter Schmerzmittel und trotz der Partypeople die vor der Tagesklinik bis früh um 6 Uhr gefeiert haben gut schlafen.

Der erste Morgen war dann schmerztechnisch doch weit aus anders als gedacht, denn der "Muskelkater" nahm stetig zu.
Dazu kam die Erkenntnis, dass ich nicht mal in der Lage war mir selbst die Haare zu kämmen oder mich anzuziehen.
Ich bin also vollends auf fremde Hilfe angewiesen...na prima!

So half mir Steffie, die liebenswerteste Krankenschwester überhaupt, mich zu waschen und anzuziehen. Sie kämmte und flechtete mir die langen Haare, packte meine Tasche und vertrieb mir mit tollen Gesprächen die Zeit, denn heute geht es endlich nach Hause.

Die Heimfahrt von gut 5h Stunden machte mir doch große Sorgen, denn der Weg quer durch Deutschland ist weit.

Steffie verpackte mich gut und dann gings auch endlich los.
Mein Vater und mein Bruder warteten bereits auf mich und die meiste Zeit verschlief ich zum Glück im Auto.

Schön in Folie verpackt :)

Zu Haus ist es einfach am schönsten. Hier kümmert sich nun meine Mutti liebevoll um mich.

Noch immer laufe ich überall aus und auch der Kreislauf macht mir furchtbar zu schaffen. Aber ich weiß, dass es mit jedem Tag nun besser wird.

Samstag, 16. Mai 2015

1. Liposuktion - schnipp schnapp Arme ab

Wow, da ist er nun der große Tag der ersten Liposuktion.

Nachdem ich am Dienstag gute 8h mit dem Zug angereist war und mein kleines Hotelzimmer im Parkhotel Essen bezog, blieb nur noch kurz Zeit etwas im Hauseigenen Pub zu essen und anschließend totmüde ins Bett zu fallen.



Am OP Tag selbst war ich bereits sehr früh auf den Beinen und mehr als überpünktlich in der Klinik für Gefäßchirurgie angekommen. Nach der Anmeldung wies man mir mein kleines Zimmerchen zu in dem ich meine Sachen ablegen konnte. Nun folgten noch ein paar kleine Voruntersuchungen wie Blutdruckmessen, Kontrolle des Venenflusses und ein Ultraschall. Mit den Worten "Aus meiner Sicht sind sie operationsfähig" ging ich dann zurück und wartete geduldig auf den Anästhesisten. 

Ein junger sehr freundlicher Anästhesist stellte sich mir vor und wir fielen prompt in ein gutes Gespräch. Die ersten Anästhesiewitze wie "Ja, mit Nadeln habe ich es auch nicht so" liesen nicht lang auf sich warten und nahmen mir die anfängliche Aufregung. 
Man muss sich mit dem Anästhesisten immer gut stellen, schließlich hat er das entscheidende Schlafmittel ;)
Er legte mir gekonnt einen Zugang und ich schlüpfte anschließend ins OP-Hemd und dann in den OP selbst.

ready!
 
Hier zeichnete Dr. Heck erstmal an wo er überall arbeiten wird und merkte bereits an, dass er einiges entfernen muss - "Seien Sie ja nicht sparsam. Es ist wie im Sommerschlussverkauf, einfach alles nehmen was geht!" wie ich großspurig darauf antwortete :D
Gewichtskontrolle und weitere Witze und dann noch mal ein kurzes Durchatmen bevor ich gründlich desinfesziert wurde.

Her je...das ist vielleicht eklig. So ein kalter nasser Nebel der auf einen gesprüht wird. Neben bei gibt es Gespräche über Frauen die nicht Auto fahren können und der Vergleich zwischen mir und Winnetous Schwester Nscho-tschi..., ja man merkt, die haben alle Spaß bei der Arbeit.
Und mal ehrlich, so eine lockere ausgelassene Stimmung ist mir weitaus lieber als wenn alles furchtbar ernst wäre. Man lacht einfach herzhaft mit, obwohl man gleich das Objekt der Begierde auf dem OP-Tisch ist.
Zack gings auch schon rauf auf den OP-Tisch und begleitet von guter Musik wurden die ersten Spritzen mit dem Betäubungsmittel gesetzt - schwupps gings für mich auch schon ins Schlummerland. 

Zwischenzeitlich bin ich dummerweise aufgewacht, als Dr. Heck mit der Kanüle gerade meinen rechten Oberarm tracktierte...her je, wer bitte will das freiwillig bewusst mit erleben? Mein Ningeln führte zum Glück zu mehr Narkosemittel und wieder in einen wohligen Schlaf.

Als ich mein Bewusstsein dann wieder hatte richtete man mich gerade auf dem OP-Tisch auf, um mir das OP-Mieder anzuziehen, um es dann direkt wieder auszuziehen, weil ich es bereits eine Nummer kleiner brauchte.
Also neues OP-Mieder an und ab aufs Zimmerchen.

In meinem kleinen Zimmerchen, was übrigens genau jenes Zimmerchen war, wo ich im Dezember mein Beratungsgespräch hatte, konnte ich den restlichen Rausch ausschlafen. Habe aber prompt noch meine Eltern kontaktiert, woran ich mich im Nachgang nicht wirklich mehr erinnern konnte. Ja ja das gute Propofol...

Ich weiß nur, dass mir direkt die Tränen kamen, als ich meine Arme das erste Mal bewusst gesehen habe. Bereits jetzt war ein deutlicher Unterschied zu erkennen und irgendwie fühlten sie sich ganz anders an - schön, gut, leicht - endlich, wie meine Arme.
Und das ist das Ergebnis:


Ganze 4 Liter wurden mir abgesaugt. Wahnsinn - eine unbeschreibliche Menge für zwei Arme. In nur zwei Stunden hat Dr. Heck mir das Lipödem in den Armen entfernt und mich glücklich gemacht.
Auch dieses schwere Gefühl ist überhaupt nicht mehr da. Ich bin überglücklich und konnte meine Freude kaum zurück halten. 

erstes Selfie nach der OP

Das gute an der Teilnarkose ist, dass man relativ schnell wieder fit ist, sodass ich kurze Zeit später schon selbstständig zur Toilette konnte.
Nach dem der Kreislauf sich etwas stabilisiert hatte wurden wir (es werden pro Tag immer zwei Patienten operiert) für den Transport in die Tagesklinik, die direkt neben an liegt, fertig gemacht. 

In der Tagesklinik wurden wir dann vollständig mit Kühlpacks, Schmerzmitteln und Essen versorgt und das war auch nötig, da einige Stellen zum Abfluss von Wundflüssigkeit nicht vernäht werden und dadurch sehr viel "ausläuft. 

das kleine Ärmchen ist meins - Austritt Wundflüssigkeit
  
Die Frage nach den Schmerzen lässt sich insoweit dahin gehend beantworten, dass sich meine Arme  ganz komisch anfühlen, als ob ich ganz starken Muskelkater habe, aber diesen eben von den Schultern bis in die Hände.

Mit einem leckeren italienischen Essen ließen wir den anstrengenden Tag ausklingen, auch wenn essen mit zwei frisch operierten Armen äußerst schwierig ist ;)



An dieser Stelle möchte ich nochmal ein riesen "Danke!" an das gesamte Team und an Dr. Heck aussprechen für die tolle liebevolle Betreuung. 
Obwohl ich sonst ein sehr panischer Mensch bin was solche umfangreichen Eingriffe betrifft, habe ich mich rund um wohl und gut aufgehoben gefühlt. Ich hatte zu keiner Zeit Angst oder Panik und auch die anfängliche Aufregung war im Nu verflogen. DANKE!

Dienstag, 12. Mai 2015

Auf geht’s nach Essen

Nun ist es soweit, in wenigen Stunden fährt mein Zug nach Essen und für mich beginnt wohl einer der aufregendsten Momente in den letzten Monaten.
Die letzten Wochen sind wie im Wind verflogen und waren gefüllt mit Arztterminen und die Energie mich optimal auf das Kommende vorzubereiten.

Wie unendlich lang kam es mir vor, als ich letztes Jahr im Juni den Termin für die Beratung gemacht und dann erst für Dezember 2014 erhalten habe – wie lang war es dann wieder bis zur ersten OP und nun steht sie unmittelbar bevor.
Morgen um diese Zeit werde ich mich längst im OP-Bereich befinden, hoffentlich im wohligen Dämmerschlaf.

So kurz vor der Abfahrt lassen sich meine Ängste, Zweifel, aber auch meine grenzenlose Freude nicht mehr verbergen. In mir herrscht ein einziges Gefühlschaos und am liebsten würde ich nur noch heulen. Am schlimmsten ist für mich die Ungewissheit und die Angst vor Schmerzen – aber was sind diese im Vergleich zu all dem was ich in den letzten Jahre ertragen musste, nebst den psychischen Belastungen aufgrund des Mobbings?!
So stark, wie ich sonst immer scheine, bin ich gerade nicht. Ich sitze auf dem Bett, Luri schnarcht leise neben mir und blinzelt ab und zu – auch er spürt meine innere Unruhe und dann atmet er hörbar aus.
Wenn ich nicht ich bin, wird es sehr leise, die Quasselstrippe sagt kaum noch ein Wort, ist in sich gekehrt und grübelt.

Ich sammel mich noch einmal, bevor ich meine Tasche nehme und starte. Ich muss Stark sein, vor allem für alle um mich herum.


Mittwoch, 6. Mai 2015

Ziel erreicht

In den letzten Wochen und Monaten hatte ich mir ja selbst das Ziel gesetzt 10kg bis zur OP runter zu kriegen – an dieser Stelle möchte ich nochmal betonen, dass ich seitens von Dr. Heck keinerlei Anweisung bekommen habe überhaupt abzunehmen. Natürlich ist jedes Kilogramm, was ich selbst abbaue gut für mich und meinen Körper, aber es gab kein "Du musst!" Ich wollte es mir nochmal selbst beweisen.

Seine Strategie, auf den eigenen Willen des Patienten zu setzen ist vollends aufgegangen. Ohne Druck habe ich mir selbst das Ziel gesetzt und was soll ich sagen…?


Ich hab es geschafft :) und das macht mich unendlich stolz.
Wochenlang habe ich teilweise komplett auf Kohlenhydrate verzichtet, noch mehr Sport gemacht  und mir dabei stets mein Ziel vor Augen gehalten.
Natürlich habe ich hier und da auch gesündigt, aber nie mit einem schlechten Gewissen, sondern stets mit Genuss. So war ich auch mal lecker beim Mexikaner Essen, habe mir einen guten Wein oder das geliebte Walnusseis mit bunten Streuseln gegönnt.
Trotz allem habe ich mein Ziel die 10kg runter bzw. die 115kg zu erreichen geschafft.
Sicher hätte man das ein oder andere Kilo mehr reißen können, aber mir war es wichtig, mir selbst keinen Druck zu machen und Spaß dabei zu haben, denn nur so kann man langfristig daran festhalten.

Und keine Sorge, auch wenn ich nun mein Ziel vorerst erreicht habe, heißt es jetzt nicht Pommes Bude ahoi! Nein, jetzt geht es erst richtig los. Ich habe damit den Grundstein für die Liposuktionen und mein neues Leben geschaffen.

Bereits jetzt mit 10kg weniger fühl ich mich wesentlich wohler, besser, schlanker. Selbst jene, die mich fast täglich sehen, haben das neue „Ich“ bewundert.
Man muss aber dazu sagen, das es schon sehr hart war und wir Lipimädels es wesentlich schwerer haben als andere. Dazu kommt, dass ich mich ja vorher schon bewusst ernährt und viel Sport getrieben habe. Umso größer ist daher die Freude :)

Natürlich gibt es immer noch Tage, wo ich in den Spiegel schau und denke „Puh Mädchen, heut ähnelst Du eher einer Kugel“ und dann gibt es die guten Tage wo ich mich seh und denk „Was für eine geile Schnitte“. Aber die Wahrnehmungsschwankungen haben wir Frauen leider nun mal, dann schau ich eben nicht in den Spiegel oder dreh eine extra Runde mit dem Hund ;)

Dienstag, 5. Mai 2015

OP Vorgespräch

Knapp zwei Wochen nun vor der ersten Liposuktion kontaktierte mich Frau Heck, um mit mir alle wesentlichsten Details rund um die Operation abzusprechen.
Neben einigen Informationen zu dem generellen Ablauf des OP-Tages und der Übernachtung bis hin zur Abholung aus der Tagesklinik, gab sie mir noch wesentliche Tipps, die ich beachten sollte.

Dazu folgte eine Liste der Dinge, die ich am OP-Tag mitzubringen habe, wie die Versichertenkarte, das OP-Mieder, meine komplette Kompression, Befunde, Arztberichte usw.
Eine entsprechende Liste mit allen notwendigen Materialien, Utensilien und Hilfsmitteln folgt in Kürze für euch zum Download. Diese soll natürlich nur eine Hilfestellung sein und besitzt keinen bindenden Charakter.

Wie immer war Frau Heck sehr freundlich, aufmerksam und sprach sehr beruhigend auf mich ein. Ich kann es bislang immer wieder nur sagen, dass ich mich rund um gut aufgehoben fühle und das bestätigen immer wieder auch jene, die bereits die Liposuktionen bei Dr. Heck und seinem Team gemacht haben.

In den kommenden Tagen wird mich nun noch der Anästhesist kontaktieren und auch hier mit mir alles Notwendige besprechen.
Die Aufregung steigt nun so langsam immer weiter an, schließlich fahre ich in eine Woche schon nach Essen bzw. bin um diese Zeit gerade im Hotel angekommen :)