Donnerstag, 31. März 2016

Du gehst schneller als ich laufe!

Nachdem ich die ersten drei Laufeinheiten prima gemeistert habe schwächelte mein Körper, vorallem meine Knöchel. Ich war schlichtweg eine derartige Belastung nicht gewöhnt. Mir brannten die Knöchel selbst beim Liegen und oft kam ich nicht in den Schlaf oder bin nachts immer wieder aufgewacht. Und obwohl eigentlich rechts mein "Problemfuß" ist, weil ich da eine beginnende Arthrose habe, schmerzte der Linke...LOL

Aber soll es das schon gewesen sein?
Ich habe lange mit mir gehadert, aber konnte und wollte es nicht so hinnehmen und aufgeben ist für mich sowieso keine Alternative.
So kurierte ich den Fuß erstmal schön aus, denn mit Schmerzen soll man nicht laufen, d.h. aber auch, dass die Wochenendeinheiten ausfielen. Dafür sind wir am Ostermontag ganze 11km um den Cospudener See gelaufen - wir waren also nicht faul :)


Gestern war dann Kurs 7/24 und ich sprang von Kurs 3/24 wo wir 5x3 Minuten liefen + 2 Minuten gehen direkt auf  6x5 Minuten + 2 Minuten gehen...boar ich sag euch..aua aua aua.
In der ersten Runde hatte ich wahnsinniges Seitenstechen rechts, in der zweiten dann links, ab der dritten wurde es besser, aber ich wurde auch immer langsamer. Eine ältere Dame vor mir konnte nicht mehr, ging aber zügig weiter - lachend stellte ich ihr gegenüber fest, dass sie schneller geht als ich laufe und sich keine Sorgen machen muss, ich laufe neben ihr bis zum Schluss *lach* Ich habs schon immer gewusst, aber das glaubt mir sonst ja keiner :D

Ich habe aber alle Runden immer komplett durchgehalten, egal wie langsam ich wurde ;) Mein damaliger Sportlehrer, der leider nicht mehr unter uns ist, motivierte mich immer und sagte "Anja, Du musst es schaffen, das wenigstens ein Fuß für eine Sekunde den Boden nicht berührt, schlürfen zählt nicht zum Rennen." Er hat immer an mich geglaubt und ihm war es wichtig dass ich nicht aufgebe, sondern durchhalte. Auch wenn es sicher eine 6 gewesen wäre, weil ich nie im zeitlichen Rahmen war (Sprint, 800m) gab er mir fürs durchhalten mindestens eine 4. Ich hab gestern sehr oft an ihn gedacht - ja, ich laufe auch für ihn diese 5km in Erinnerung an einen wundervollen Menschen!

Über den furchtbaren Muskelkater heute reden wir lieber nicht *oh man* - Tja, selbst schuld, wenn man nicht langsam sich steigert, sondern pausiert und volles Rohr wieder los zieht.
Die Schmerzen in den Gelenken sind deutlich besser - nun mit anderen Schuhen und einer anderen Lauftechnik. Ja, vielleicht lags einfach daran.


Ich bin mir sicher, wir hätten diesmal die 5km geschafft, aber dadurch dass wir durch den Palmengarten in Leipzig gelaufen sind, wo es immer wieder über Brücken und somit immer wieder Anstiege gab, und ich vorzeitig (siehe roten Punkt) Stopp drückte, fehlten am Ende knapp 200m...
Naja aber für die Laufeinheit am Wochenende - ja, ich habe sie mir fest vorgenommen, ist das mein Ziel und irgendwie motiviert mich der Gedanke, dass da bald 5km stehen.



Hier nochmal die Laufstrecke im Detail. Der grüne Punkt ist der Start beim AOK Gesundheitszentrum im Clara Park und der Rote wo ich dummerweise Stopp gedrückt hatte, weil wir eigentlich fertig waren :/

Wer sich fragt was die Zahlen bedeuten, dem sei gesagt, dass die App Runtastic erkennt, wann man "Pause" hat. Bin gerade selbst erstaunt, finds aber ziemlich cool :)

"Der Weg ist das Ziel. Das hat Konfuzius gesagt - wahrscheinlich ist er nie gejoggt." 
K. Bauerfeind

Mit diesem tollen Zitat verabschiede ich mich in die nächsten sportreichen Tage :)

Montag, 28. März 2016

Ein Stück mehr Leben

Meine ersten Versuche auf den Höllenschuhen habe ich mit 6 oder 7 Jahren getan, damals waren es noch coole Rollschuhe in die man einfach mit seinen Turnschuhen schlüpfen konnte und sie einfach festschnüren musste. Irgendwann gab es dann richtige Inliner - sie waren schwarz hatten rot/gelbe Akzente und ich glaub es war auch zu Ostern, denn das ganze Jahr stand noch vor mir. Also versuchte ich mich auf diese Art der Fortbewegung. Ich sehe mich noch in unserem langen Hausflur hin und her fahren bis ich mich endlich nach draußen auf den Parkplatz traute. Als dies gut klappte gab es selten ein Halten für mich und ich bin Kreise gefahren bis Mutti mehrmals rufen musste "Miracoli ist fertig" ;)

Das erste Mal. dass ich dann Probleme mit dem Fahren hatte, war mit ca. 16 Jahren. Ich habe meinen besten Freund in Magdeburg besucht und wir sind extra mit der Bahn außerhalb des Zentrums gefahren und nach gerade einmal 10 Minuten musste ich meine Inliner wieder abschnallen. Was taten mir die Schienbeine und Füße weh. Es fühlte sich an wie tausend Nadeln, ein brennedes Kribbeln, furchtbar. Ich schob es auf meine lange Pause, die durch eine OP im Vorjahr ausgelöst wurde und ich mich sicher einfach wieder daran gewöhnen muss.

Im nächsten Jahr passten mir meine Inliner dann gar nicht mehr - der Klickverschluss oben ließ sich einfach nicht mehr schließen, klemmte mir förmlich die Haut ein. Gut, wir kauften neue Inliner, größere. Ließen den Klickverschluss abmontieren und einen Zugverschluss mit Klettband anbringen - so konnte ich stufenlos selbst regulieren, aber auch das half nichts. Der Druck und der damit verbundene Schmerz war unendlich schlimm.
Als wir dann im Winter Schlittschuh fahren wollten saß ich auch nach wenigen Minuten heulend auf der Bank. Niemand konnte mir sagen warum ich nicht mehr Fahren kann.
Nach 3 Jahren verkaufte ich schweren Herzens meine teuren und unbenutzen Inliner für nicht mal die Hälfte - es schmerzte doppelt, denn ich hatte das Gefühl so wenig war den neuen Besitzern meine geliebten Inliner wert, die ich noch nicht mal nutzen konnte.

Mit der Diagnose Lipödem wurde mir schnell klar, dass der Schmerz damit zusammenhing und so hatte ich mit den Liposuktionen neue Hoffnungen vielleicht irgendwann auch wieder Inliner fahren zu können. Vor zwei Wochen war ich wegen einer neuen Laufhose in einem riesigen Sportfachgeschäft und fand auch Inliner, die ich direkt anprobierte und sie passten, sogar mit dem üblichen Schnellverschluss. Ich zögerte also nicht lange und kaufte sie, denn bei dern Proberunde im Laden konnte ich nichts merken - keinen Schmerz.

Nun habe ich die ganze Zeit gewartet, dass das Wetter endlich auf meiner Seite war. Konnte ich eher von Arbeit gehen hat es bislang stets geregnet - an den langen Tagen bis 18 Uhr schien die Sonne :/ Ehrlich jetzt?! Das ist doch verarsche.
Aber heute, heute schien die Sonne und wir hatten etwas Zeit, also Mann, Hund, Inliner und mich ins Auto gesetzt und zu einer ruhigen Straße gefahren, wo ich hin und her rollern konnte.




Oh man was war das für ein wahnsinns Gefühl.
Mein Herz war erfreut und gemeinsam mit der Sonne strahlte ich um die Wette :)
Mir taten die Füße trotzdem weh, aber ich denke eher, weil ich es nicht mehr gewöhnt war auf diesen Höllenschuhen zu stehen, wo das Gewicht so punktuell gelagert ist. Wenn ich gefahren bin habe ich nichts gemerkt, außer dieses schöne leichte Gefühl und den Wind in meinem Gesicht. 


Es ist so wahnsinn, wie viel Leben ich durch die Liposuktionen zurück gewonnen habe und wie sehr einen diese einfachen Dinge erfreuen können. Es geht nicht darum perfekt zu sein oder aus der Masse hervor zu stechen, sondern so normale Dinge, wie Inliner fahren zu gehen, machen zu können.

Freitag, 25. März 2016

Frohe Ostern

Ich wünsche all meinen fleißigen Bloglesern und Ihren Familien eine wundervolle Osterzeit. Genießt die wenigen freien Tage mit Euren Liebsten und nutzt diese Zeit um nochmal schön Luft zu holen, bevor der Frühling hoffentlich nun endlich Einzug hält.

Wir können es zumindest kaum erwarten, dass die Sonne länger scheint und wir auch abends wieder viel mehr draußen unternehmen können.

Mit diesem 4 Jahre alten Foto verabschiede ich mich ins lange Osterwochenende und hoffe, dass der Regen endlich der Sonne weicht und ich das für mich größte der letzten Jahre endlich wieder ausprobieren und euch vorstellen kann :)

nicht zu glauben was das Lipödem aus mir gemacht hat :(

Mittwoch, 16. März 2016

Ich bin wieder da :)

Meine lieben Leser, ich kann mich nur entschuldigen, dass ihr solange von mir nichts gehört habt. Die Blogginpause war mehr unfreiwillig als geplant - erst hat mich eine fiese Grippe gepart mit einer verschleppten Nasennebenhöhlenentzündung über zwei Wochen aus der Bahn geworfen und als ich endlich wieder fit war, konnte ich nicht bloggen, weil ich nicht an mein Ladekabel für den Laptop kam... :/
Wir haben nämlich nach einem Brandschaden einen neuen Boden im Wohnzimmer bekommen, mussten dafür natürlich das komplette Zimmer ausräumen inkl. auseinanderbauen aller Möbelstücke, wie Sofa, Tisch, Sitzecke...das Gästezimmer war also bis zur Tür komplett zugestellt, das Ladekabel...genau, am Fenster am anderen Ende des Zimmers :D

Daher gebe ich euch heute ein Monatsrückblick.
Fangen mir mal beim letzten Projekt - dem Ernährungsplan an, wo ich von Beginn an sehr sehr skeptisch war. Das Projekt habe ich nach 14 Tagen abgebrochen, weil es mir einfach durch und durch schlecht ging. Klar ich habe binnen 6 Tagen knapp 5 Kg verloren, aber weil ich nur Durchfall hatte. Nach gut einer Woche konnte ich das Hühnchen schon gar nicht mehr sehen *brech*
Das einzigst positive - ich bin endlich von den 114kg weg die an mir klebten wir Tapetenkleister - nun hänge ich aber zwischen 109,8 kg und 110,7 kg fest...oh man!


Tadaaa und das ganz ohne diese krasse Diät

Nach dieser Zeit bin ich in ein richtiges Loch gefallen - ich hatte zu nichts mehr Lust, vorallem nicht zu Sport. Meine ganze Motivation hat die Koffer gepackt und ist abgehauen...super! 
Dazu wollte ich mir endlich mal Ruhe und was Gutes gönnen. Ich habe einfach jeden Tag das gegessen worauf ich Lust hatte - jeden Tag wählen was ich esse ohne Grenzen...mh Pizza, Döner, Chinanudeln? - boar was hat mich das überfordert. Da war der Plan so unkompliziert, denn da gabs nichts zu wählen. Keine Sorge - dem Gewicht hat es keinen Abbruch getan oder mir irgendwie meine Statistik verrissen falls das jetzt jemand denkt. Außerdem war nach einer Woche wieder Schluss.
Ich ernähre mich ausgewogen, gesund, gönne mir hin und wieder was und habe vor einer Woche endlich wieder die Motivation gefunden, sie stand tatsächlich reumütig mit ihren Koffern vor meiner Tür und bat um Eintritt.

Durch die Grippe konnte ich einige Zeit kein Sport machen, selbst die Hunderunden waren mir oft zu viel. Hier stand auf die Beine kommen und endlich richtig auskurieren im Vordergrund.

Zum Glück war ich rechtzeitig zum Beginn meines Laufkurses wieder fit. Wie ihr ja wisst, ist mein großes Ziel dieses Jahr am Frauenlauf teilzunehmen und die 5 km komplett zu laufen. Dazu gibt es passend einen Laufkurs der einen 12 Wochen lang darauf vorbereitet und Anfänger, wie ich es bin, Schritt für Schritt ans Laufen heran führt. 
Die erste Einheit lief super - wir rannten 5x3 min und pausierten jeweils 3 Minuten. Ich rannte die ersten Runden unter den ersten drei und am Ende stets im vorderen Drittel und das bei knapp 60 Frauen und ICH, ich meine ICH! Ich, die laufen hasst und gerade eine Grippe hinter sich hatte - boar was war ich stolz, zumal ich die einzige so "mollige" Frau bin, aber man sieht, das sagt überhaupt nichts aus! 
Dazu lernte ich tolle Frauen kennen und fand in Birgit eine super Laufpartnerin, denn wir haben genau dasselbe Tempo und motivieren uns gegenseitig  :)
Neben dem wöchentlichen Lauftraining in der Gruppe muss man am Wochenende eine Einheit selbstständig laufen, denn nur so schafft man am Ende auch die 5km an einem Stück.

Gemeinsames Dehnen nach der Laufeinheit

Heute hatten wir bereits die zweite Einheit und wir sind wie folgt gelaufen..



Ich finde es super. Klar es geht total an die Kondition und man ist nicht nur total kaputt, sondern auch wahnsinnig stolz.
Nach einem so guten Training und auch so esse ich abends oft nur den Eiweißshake um das Gewicht weiter zu reduzieren. Das klappt mal mehr, mal weniger gut.

Eiweißshake und eine Tasse Tee, das beste nach einer Trainingseinheit

Von einer weiteren tollen Sache berichte ich euch erst kommende Woche, denn da will ich euch noch ein kleines Video zu anfertigen. Das ist wohl neben der gelben Gummistiefel mit eines der größten Wünsche die in Erfüllung gegangen ist, dank der Liposuktionen.
 
Ansonsten fiebere ich sehr unserer Stephie alias Myra Snöflinga mit, die mit ihren YouTube Videos und ihrem großen Engagement im Medienbereich viel Aufmerksamkeit auf unsere Krankheit lenkt und uns nun zu ihrer Armlipo mitgenommen hat. Hier könnt ihr direkt ihr Video anschauen.



Bald folgt zur Arm Op auch noch ein Beitrag bei RTL Punkt 12, denn die haben Stephie mehrere Tage begleitet :) 

Ansonsten versuche ich mich einfach nicht mehr zu stressen, sondern das Leben zu genießen. Mein Luri hilft mir dabei wie immer am meisten, denn er lebt den Moment und macht sich nichts aus gestern oder morgen.
Ab jetzt findet ihr wieder regelmäßig Beiträge auf meinem Blog und könnt mir Folgen, wie mich im Laufen verbesser, das Gewicht reduziere und das Abschlussgespräch bei Dr. Heck habe.




Eure Anja

Mittwoch, 17. Februar 2016

Interview mit Batomae und Jana Crämer

Ein Titelsong ist aus der Kinowelt gar nicht mehr weg zu denken, denn was wären die großen Filme, wie Titanic ohne „My heart will go on“ oder Star Wars mit seiner Hymne?! Für ein Buch aber ist es doch sehr ungewöhnlich, schließlich liest jeder für sich – wie seit ihr auf die Idee gekommen „Buchmusik“ zu machen?

Jana: Als das Buch bzw. eher die Geschichte fertig war, gibt man sie natürlich seinen besten Freund, um ein ehrliches Feedback zu bekommen und man ist ja auch wahnsinnig stolz – am Ende des Buches, als der Song gespielt wird habe ich David mit mehreren Post it förmlich erschlagen und ihn gefragt, ob er sich vorstellen könnte den Titelsong zu schreiben und er hat ja gesagt.



„Unvergleichlich“ ist ja ein unglaublich gutes Lied geworden, was durchweg nur positives Feedback erhalten hat, ebenso wie das Buch – hättet ihr je damit gerechnet, dass das so einschlägt?

David: Nein, absolut nicht. Wir hatten keine große Erwartungen, weil ich glaube das Erwartungen vielen Dingen nicht gerecht wird, entweder sie sind zu klein, und ich glaube was uns so stark und groß macht ist, dass das ganze aus der Freundschaft entstanden ist. Es war nicht Vorgabe ganz vielen Menschen etwas mit auf dem Weg zu geben, sondern meine beste Freundin hat mich gefragt, würdest Du einen Song für mich schreiben, der zu meinem Buch passt, zu meinen Ideen.

Dass der Song dann diese Aufmerksamkeit erreicht, vor allem auch durch das tolle Video von Felix und diese Tragweite bekommt und ganz vielen Menschen auch Kraft gibt ist einfach das größte Geschenk, was man sich vorstellen kann. Wir sind da einfach dankbar, dass es vielen Menschen die Augen öffnet und auch das Gespräch anregt.
Wir haben sehr viel positives, aber auch erschütterndes Feedback bekommen das es so ist wie es ist und wir es so öffentlich ansprechen und es so schonungslos ehrlich zeigen. Und ich glaube daher berührt es viele auch so sehr, weil wir sagen, das ist unsere Freundschaft mit allen Höhen und Tiefen und wir sind der festen Überzeugung das Kunst ehrlich sein muss

Jana: Wenn das Thema ein Tabu ist und man es brechen will, dann muss man schonungslos ehrlich sein. Die Wellen haben wir nicht so erwartet, das war weder der Plan noch das Ziel.


In dem Buch geht es ja darum, das man bei den Konzerten alles hinter sich lassen und die Welt und all die Sorgen für den Moment vergessen kann – ist es auch Dein Anspruch an Dich selbst, dieses Gefühl Deinen Fans zu geben?

David: Es war gestern der aller erste Auftritt nun mit eigener Band Batomae als Staubkind Support und wenn ich auf die Bühne geh, dann kann ich den Alltag entfliehen.

Jana: Es ist schon Dein Anspruch. (lacht)

David: Da sind Menschen mit denen ich einfach eine unvergessliche Zeit haben will und die Menschen freuen sich auch darauf sie mit mir zu haben. Ich hoffe natürlich den Menschen diese schöne Zeit auch geben zu können mit meiner Musik die ich mache und daher gebe ich immer 110%

Ich: Es muss eben ehrliche Musik sein die einen berührt, vor allem persönlich berührt. Wenn es nur auf Kommerz ist, ist das Schöne schon wieder vorbei.



Mit Deinem Buch hast Du ja auch den Nerv der Zeit getroffen – ist es eine Art Autobiografie über Dich?

Jana: Absolut. Ich hab halt alles, was eben mal raus musste, was man über die Zeit immer mehr in sich rein frisst, im wahrsten Sinne, alles mal aufgeschrieben und irgendwann haben die Einzelstücke eine Art Roman gebildet.
Der Plan war am Anfang auch nicht „Ich schreib ein Buch“, denn ich bin ehrlich gesagt nicht der Bücherfan (lacht), aber die Dinge musste ich mir von der Seele schreiben und dies wurde dann zu einem Buch.

Wie ein Selbstläufer?

Jana: Ja, und dass mein Buch nun so viele berührt und beschäftigt, damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Dass so viele sagen sie habens gelesen, dass sie geweint haben, weil ich ihr Leben erzählt habe.
Du sprichst über Deine Krankheit auch bei Ärzten und nirgends wirst Du verstanden. Dann liest Du etwas und denkst Dir „krass, das bin ich, es gibt noch mehr davon“ und Du fühlst Dich nicht allein. Auch wenn es in dem Moment die Krankheit nicht wegzaubert, aber es fängt Dich auf. Und es ist erschreckend wie viele so reagieren auf diese ganze Ehrlichkeit, weil sie nirgends bislang so eine Ehrlichkeit erfahren haben.


Hat es Dich viel Mut gekostet, Dich im Video so zu zeigen, denn es ist zugegebener Maßen ja schon ein brutal ehrliches Video, das so schonungslos die Wirklichkeit zeigt?

Jana: Total und wir hatten da auch sehr lange heiße Diskussionen.

David: Ich war eigentlich dagegen, aber aus dem Grund, weil ich sie beschützen wollte. Denn es gab viele Menschen, sehr sehr viele Menschen in unserem nahen Umfeld, die nichts davon wussten, dass sie unter dieser Krankheit leidet.
Das ist eine sehr mediale Plattform, die dann sehr viele in unserem Umfeld betrifft, denn wir kommen nicht aus einer Großstadt.
Ich bin dankbar, dass sie das durch gedrückt hat.

Jana: Ich hatte das Totschlagargument, denn Du David sagst: „Kunst muss ehrlich sein“ und dadurch war jegliche andere Diskussion hinfällig.


Jana und David zum Thema: Freundschaft

Jana: Ich würde mir einfach echt für Jeden wünschen, so Jemanden an seiner Seite zu haben, wo man sagen kann mir geht es heut so richtig scheiße oder wo man nicht mal was sagen muss, der, wenn Du lächelst auch so sieht, dass es Dir in Wirklichkeit nicht gut geht. Es ist so schade, dass es so wenige da draußen gibt, die so ein Glück haben wie ich.

David: Das beruht auf Gegenseitigkeit (beide lachen).

David: Jeder Mensch braucht jemanden der ihm zur Seite steht und ihn so liebt wie er ist, jemanden der so unvergleichlich ist. Jeder Mensch braucht eine Umarmung, Zuspruch, aber auch Jemanden wo man einfach mal zusammen sitzt und gemeinsam schweigen kann.




Jana und David berühren mich bei diesem Interview ungemein. Immer wieder schauen sie sich an, lächeln sich zu und vermitteln mir wirklich eine wunderbare Freundschaft.


Ich wünsche euch von Herzen viele weitere tolle gemeinsame Zeiten. Möge eure unvergleichliche Freundschaft ewig bestehen.

Klickt euch, wenn ihr es nicht längst schon getan habt durch die sozailen Plattformen der beiden
Batomae auf Youtube, Facebook und Instagram 

Mittwoch, 10. Februar 2016

Cut it Off - #FightingLipedema

Heute hat unsere Stephie alias Myra Snöflinga ihren wohl größten Beitrag neben dem Info Video zum Lipödem gebracht - sie hat eine wahrliche Hymne zum Kampf gegen das Lipödem geschrieben.

Ich bin sprachlos und ziehe nicht nur den Hut vor Dir liebe Stephie, sondern verneige mich zutiefst. Eine unglaubliche Leistung die Du hier erbracht hast bei der wir alle ein Teil sein durften.
Aber seht selbst. 


Samstag, 6. Februar 2016

Meine gelben Gummistiefel

Wie groß war stets mein Traum Gummistiefel tragen zu können.
Jedes Jahr, wenn es mit meinen Eltern in die Pilze ging, wir Körbchen, kleine Messer und die Gummistiefel einpackten...für alle außer für mich, weil mir nie welche passten, war ich unendlich traurig und stets die Einzigste die nasse Füße hatte.

Als Jugendliche haben wir dann die Gummistiefel irgendwann abgeschnitten, aber auch diese haben mir vor Jahren das letzte Mal gepasst.
Gut, man könnte einfach nicht in die Pilze gehen, aber da fängt man ja schon wieder an wegen seiner Krankheit zurück zu stecken.
Spätestens als ich vor 5 Jahren meinen Luri bekam wurde der Wunsch nach trockenen Füßen immer größer, denn wir beide mussten schließlich auch bei Regen raus.

Mit meiner Unterschenkelliposuktion nahm mir Dr. Heck meine strammen Waden. Noch im Op richtete er mich auf um mir meine neuen schlanken Unterschenkel zeigen zu können und sagt "Jetzt können auch Sie sich schöne Stiefel kaufen!" heulend vor Rührung und dem bewegenden Moment meine neuen Beine zu sehen, erwiderte ich nur, dass ich mir doch nur gelbe Gummistiefel wünsche.

Und was soll ich sagen? Tadaaaaaa
Da sind sie!!! Meine gelben GUMMISTIEFEL!!! :)


Luri freut sich auch sehr mit mir, denn nun heißt es lange Spaziergänge im Regen und meine Freude könnte nicht größer sein, denn am besagten Tag regnete es auch noch :) So konnte ich die neuen Stiefel mit Luri ausgiebig testen.


Und es macht mich so unglaublich glücklich trockene Füße zu haben. Für all jene, die nie solche Probleme hatten, ist meine schier unendliche Freude nur sehr schwer nachvollziehbar, aber all jene, die wie ich am Lipödem oder anderen Krankheiten leiden, die es uns nicht ermöglicht Stiefel zu tragen freuen sich wahnsinnig mit mir.
Mein gestriger Dankespost an Dr. Heck hat binnen weniger Minuten unzählige Likes und Kommentare erhalten. Meine Freude konnte ich so vielen nahe bringen und es macht mich immer noch unendlich glücklich.

Meine tollen gelben Gummistiefel sind von Crocs. Jahrelang habe ich mich gegen Crocs gewährt - diese Gummilatschen wollte ich einfach nicht haben. Als ich dann letztes Jahr die Lipos hatte und wir Crocs benötigten zwang mich meine Mutti "echte" Crocs zu kaufen und das Geld zu investieren. Nur widerwillig gab ich mich dem hin, denn für Gummilatschen an die 40€ zahlen...naja :/

ABER liebes Crocs Team, ich hab jahrelang zu unrecht schlecht über diese Schuhe gedacht. Ich hatte noch nie bequemere Schuhe an. Seit meiner ersten Lipo im Mai habe ich fast täglich bis Ende Oktober meine Crocs getragen.
Als ich nun bei Amazon diese tollen gelben Crocs Gummistiefel fand, war sofort für mich klar - diese gelben Crocs ziehen bei mir ein. Ich bin einfach rund um begeistert. So viele tolle Farben - ich liebäugle ja noch mit den hellblauen Schuhen, aber das Schuhregal platzt förmlich  <3

Ich kann allen Neu-Gummistiefel-Trägern (allen anderen natürlich auch) nur diese empfehlen. Seit zwei Tage habe ich sie nun bei jeder Hunderunde getragen und bin so verdammt glücklich.



Es sind eben die einfachen kleinen Dinge, die einen glücklich machen :) 
Danke Dr. Heck für Ihre Heckschen Waden und die Erfüllung meines Kindheitstraumes.