Dienstag, 30. Juni 2015

Bein-Update

Die letzten Tage waren ganz sicher kein Zuckerschlecken.
Am Tag 8. und 9. Post OP habe ich wohl den Höhepunkt des Anschwellens erreicht. Meine Beine spannten richtig und auch meine Physiotherapeutin sagte mir, dass die Beine prall gefüllt sind. Nicht nur, dass man das sieht - man spürt es enorm. *autsch*

Mein Alltag ist davon geprägt, dass ich entweder laufe in Form von kleinen Gassirunden mit dem Hund oder die Treppen auf- und absteige, damit insgesamt die Venenpumpe aktiviert wird und der Kreislauf gut arbeiten kann. Wenn ich nicht laufe, dann liege oder sitze ich stets mit hochgelagerten Beinen und kühle stellenweise und auch immer nur für kurze Zeit.
Das Anziehen der Kompressionsbekleidung ist natürlich immer äußerst unangenehm, aber wenn man sich genügend Zeit nimmt geht auch das - am Besten anziehen lässt es sich direkt nach der Physiotherapie. Nach einer Stunde manueller Lymhpdrainage ist spür- und sichtbar das Wasser aus den Beinen. Leider kommt dies immer noch regelmäßig wieder, nicht zuletzt weil das heiße Wetter da seinen Beitrag leistet.

Ich glaub die Hitze ist für mich mit das größte Problem. Mein Kreislauf reagiert da leider extrem darauf. Nur wenige Minuten in der Sonne setzen mir zu. Ich war noch nie ein Sonnenanbeterin die sich wie ein Schnitzel in der Sonne beidseitig brutzeln lies, aber in der Sonne am See oder in einem Café sitzen fehlen mir nun.

Am besten fühl ich mich, wenn es Nacht ist und wenn das Wetter tagsüber so leichte 20°C hat mit einer schönen Brise...so ja ja ihr wollt alle den heißen Sommer - aber in diesem Jahr setze ich sehr gern aus.

Am Tag 10. Post OP war ich dann bei meinem Fotograf Christian Liebich, der wieder meine nun operierten Unterschenkel ins rechte Licht rückte. Hier müsst ihr euch aber nocht etwas gedulden bis ich euch da die Ergebnisse präsentieren kann.

Meinen Armen geht es nun knapp 7 Wochen nach der OP wirklich gut. Stundenweise kann ich gänzlich auf die Kompression verzichten, trage aber vorallem jetzt an den heißen Tagen die komplette Versorgung.
Nun benötige ich aber dringend eine neue Versorgung, da die Strümpfe nach über 8cm Umfangsverlust wesentlich zu groß sind.

Die Folge einer nicht passenden Versorung sieht man hier eindeutig an den Handgelenken...




Durch die nicht passend enganliegende Versorgung staut sich das Wasser in gebildeten Hohlräumen - sichtbar an den zwei Rillen die sich deutlich abzeichnen.
Man bemerke auch meine braune Hand und die weißen Arme :D
Die Woche werde ich zum Vermessen gehen und bin gespannt was dabei rum kommt.

Gewichtsmäßig hat sich überhaupt nichts getan, obwohl 4,5 Liter weg sind. Vermutlich gleicht das Wasser in den Beinen und mein intensives Muskeltraining das wieder aus, sodass eben keine Kilos purzeln, was mich dennoch sehr bedrückt...naja ihr wisst ja, wie sich das anfühlt, wenn man macht und tut und sich nichts bewegt...naja keep calm and move on und mit den ersten Laufschuhen kann es nun auch endlich sportlich los gehen.


Freitag, 26. Juni 2015

7. Tag Post OP - Fädenziehen

Wow, jetzt ist die Unterschenkellipo auch schon wieder eine Woche her. So verrückt, wie die Zeit rennt.
7 Tage Post Op heißt aber auch, dass die Fäden endlich gezogen werden können und ich in zwei Tagen auch schwimmen gehen darf.

Gerade durch das Schwimmen erhoffe ich mir viel, denn Schwimmen ist ja eine natürliche Lymphdrainage und die tut meinen geschwollenen Wasserbeinen sicherlich sehr gut.
Dank der heutigen Physio konnte mir dieses Spannungsgefühl zumindest stundenweise wieder genommen werden, aber egal wie sehr ich mich bemühe - das scheiß Wasser kommt zurück.

Verblüffend ist auch, dass die Beine innerhalb eines Tages dieses Farbspektrum angenommen haben...



Naja das vergeht ja zum Glück alles wieder und ich hoffe, dass ich heute den Höhepunkt des Anschwellens erreicht habe. 
Meine Beine sind ohne Witz aktuell dicker als vor der OP... :( Wenn ich mich nicht selbst noch auf dem OP Tisch von den neuen schlanken Beinen überzeugen konnte, würde ich aktuell nicht dran glauben was durch das Wasser möglich ist.
Ich bin sehr gespannt und freue mich, wenn nach Monaten das Endergbenis dann zu sehen ist.

Gerade nach der Physio sind die Beine so leicht und man bekommt das erste Mal einen guten Eindruck davon, wie es sich ohne das Lipfett anfühlt. Ich kann es kaum erwarten all meine Bewegungsfreiheit genießen zu können. Aber mühsam ernährt sich das Eichhörnchen, also muss ich mich weiter in Geduld üben... :/

6. Tag Post OP - Schlafen geht immer

Der Tag begann heute eigentlich soweit ganz gut. Es war mal wieder Duschzeit und so pellte ich mich wieder aus dem Lagenlook. Bereits auf dem kurzen Weg ins Bad musste ich schmerzhaft spüren, wie mir das Wasser prompt in die Beine sackte. So einen stechenden Schmerz habe ich bislang nicht gespürt, noch nicht mal in den Armen.
Das Duschen absolvierte ich schneller als sonst, damit ich direkt wieder in die Kompri springen konnte. Diese lies sich glatt nur noch schwer anziehen...


Prompt schmiss ich mich ans Lymphgerät und lagerte dann die Beine hoch, aber auch die anschließende Gassirunde brachte nur wenig Erleichterung. Dazu kam das an diesem Tag das Wetter eher schwül war, was mir derart zusetzte, dass ich danach in einen 4h Tiefschlaf fiel...Naja dafür ist man ja auch zu Hause. Da merkt man auch wieder, dass der Eingriff kein Zuckerschlecken, sondern für den Körper wirklich belastend ist.

An diesem Tag fiel mir beim Duschen auch auf, wie blau meine Ferse ist...Verrückte Sache. Schlimm ist auch, wie sehr die Kompressionsbekleidung die Haut reizt und schädigt. Trotz intensiven eincremen trocknet diese sehr aus.



Donnerstag, 25. Juni 2015

5. Tag Post OP - Wasser für alle...

Ich hab es ja geahnt. So wie bereits bei meiner Arm-OP ereilten mich nun auch in den Beinen die enormen Wassereinlagerungen. Die Maße der Beine haben sich dadurch fast gar nicht verändert da sie nun so prall mit Wasser gefüllt sind. Die dadurch verursachten Schmerzen sind kaum in Worte zu fassen.

Vorallem an den Knöcheln staut es sich massig an, sodass man den Eindruck hat ich hab mir beide gebrochen.

Umso erleichternder war es da heute für mich, das erste Mal Physiotherapie zu haben.
Leider war die Praxis terminlich so ausgebucht, dass die erste Therapieeinheit so spät kam, aber besser spät als nie.


Auch hier waren die Schmerzen kaum in Worte zu fassen. Her je...sowas barbarisches, aber ich weiß ja wofür ich es mache. Die Schmerzen jetzt nach der OP sind erstmal wesentlich schlimmer, aber diese sind in wenigen Wochen auch passé. Ich merk es ja vorallem an den Armen, wie gut die sich anfühlen, wie leicht, wie schmerzfrei.


Die Physio hat mir unglaublich gut getan. Die Strümpfe ließen sich prompt viel leichter anziehen und das Spannungsgefühl war auch spürbar geringer.
Es wird sicher noch einige Tage  dauern und ich kann es kaum abwarten, wenn das Wasser dann überwiegend verschwunden ist. Bis dahin schön die Beine hochlagern, entstauen und laufen gehen. 

4. Tag Post OP - Tagesaufgabe: Duschen!

Das Duschen aller zwei Tage ist für mich immer eine gewisse Tagesaufgabe. Nachdem ich mich aus meiner ganzen Kompressionskleidung gepellt habe, stapfe ich ins Bad und freue mich riesig über eine so alltägliche Sache.
Das anschließende Anziehen macht die Hauptaufgabe aus. Meine alten mir nicht mehr passenden Oberschenkelkompressionsstrümpfe habe ich Gott sei Dank aufgehoben und nun in mühevoller Kleinarbeit angezogen.
Boar ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber diese sch**** Kompressionsbekleidung über die blauen schmerzenden Beine zu ziehen....ne da wirds einem einfach nur schlecht und schwummrig, von den Druckschmerzen fang ich erst gar nicht an.


Ich hab auch nur 20 Minuten gebraucht - pro Strumpf!...sodass aus dem "Ich geh mal kurz duschen" ein fast einstündiger Marathon wurde.
Kniestrümpfe an und Op-Mieder drüber. Fertig! So jetzt schön die Beine hoch und ausruhen.


Dienstag, 23. Juni 2015

3. Tag Post-OP - Bleib liegen!

Heute war so ein richtiger Shittag. Nicht nur das Wetter war so richtig mies mit den permanenten Regengüssen, sondern auch mir war überhaupt nicht nach irgendwas. Bis 11 Uhr blieb ich im Bett liegen, quälte mich nur kurz für das Frühstück hoch, um meine Tabletten nehmen zu können und verkroch mich dann wieder unter meine Decke.

Der Kreislauf kam überhaupt nicht in Fahrt und dachte sich wohl auch Montag ist Schontag...
Die Gassirunde am Mittag wirkte trotz Regen Wunder und brachte die Wende beim Kreislauf. 


Um den Schwellungen entgegen zu wirken warf ich mich anschließend in meinem Lymphomaten, da die erste Physiotherapieeinheit erst am Mittwoch sein wird.
Durch die nun schmaleren Waden passen die Manschetten nicht mehr ganz so gut, aber eine gewisser Linderung konnte ich dennoch verbuchen.

Alt werde ich defintiv heute nicht und hoffe einfach auf die kommenden Tage, naja kann ja nicht immer alles gut gehen... ;)

Montag, 22. Juni 2015

2. Tag Post OP - Von Thrombose bis Bein-Selfies

Das schönste am zweiten Tag nach der OP - ganz klar: DUSCHEN!
Es ist der Tag auf den man so sehnsüchtig wartet. Mühevoll und vorsichtig habe ich heute morgen den Verband aufgeschnitten und dann, entgegen der Erlaubnis, das OP-Mieder und die Kompression ausgezogen - was für eine Wohltat. Wirklich!

 
Die Kompression klebte richtig an der Haut aufgrund der ausgetretenen Wundflüssigkeit. Und bei aller Liebe Dr. Heck - wenn ich damit duschen würde, würde ich genauso müffeln wie vorher. 
Also hab ich alles ausgezogen, in die Waschmaschine geworfen und durchgewaschen während ich duschen gegangen bin. Dieses Gefühl - unbeschreiblich. Der Moment - unbezahlbar.
Ok, ok...das Anziehen war dafür eine unbeschreibliche Qual und hat ewig gedauert.



Auf dem Weg ins Bad gestehe ich einige Bein-Selfies gemacht zu haben. Hat man früher die Beine so sehr gehasst, könnte man momentan kein besseres Fotomotiv finden ;)
Einfach zu verblüffend, wie gut die aussehen und wie leicht sie sich anfühlen.


Die geschwollenen neuen Beine

Ich mag ehrlich auch kaum groß die Beine hochlegen, sondern würde am liebsten nur noch laufen und mich bewegen.
Vorallem wenn man auf der Couch liegt, die Beine hoch gelagert, denkt man sich bei dem schönen Sonnenschein "Boar was könnte ich jetzt mal schönes machen - Rad fahren, Tischtennis spielen, mit dem Hund wandern gehen..." Kaum bewegt man sich dann denkt man sich "Ach rum liegen ist auch ganz schön!"
Ja, dann schmerzt es doch ganz schön - dieser böse böse Muskelkater...her je. Als ob man aus der kalten 800 Stufen hoch und runter gerannt wäre...


Wie bei der Arm-Op darf ich mir auch dieses mal wieder eine Thromboseprophylaxe spritzen, aber so richtig warm damit werde ich wohl nie. Am Tag der OP hat es mich fast 10 Minuten Überwindung gekostet und auch heute kann ich nicht direkt die Spritze setzen, sondern brauch ein paar Minuten um mir selbst Mut zu machen. Von Christina lies ich mich dann noch aufklären, wann, wie und wo man am besten spritzt....oh man...dabei lauf ich direkt und viel.

Am Tag gehe ich mindestens zweimal die Gassirunde mit und so musste ich heute Abend auch erstmal meinen neuen Parker spazieren tragen. Mit den neuen leichten Beinen fühlt sich alles so unglaublich an. Dieses neue Lebensgefühl ist jetzt schon kaum in Worte zu fassen. 

Das neue Lebensgefühl genießen

Viele, die diese Krankheit nicht haben und auch diese bleiartigen schweren Beine nicht kennen, verstehen nicht, warum wir Betroffenen nach einer Liposuktion so euphorisch sind und uns über so alltägliche Dinge wie spazieren gehen freuen.

Nur das, was man einmal verloren hat, weiß man wirklich zu schätzen. Und so ist es bei uns allen - uns ging im Laufe des Lebens diese Leichtigkeit und die Beweglichkeit verloren, die wir dank der OP nun Stück für Stück zurück erlangen.